abgerissene Plakate

Von den Erzeugnissen des Tages bleibt nicht viel übrig. Das ist für den Gestalter in vielen Fällen tröstlich.

 

 

Vom Fluch des Computers …

Niemand ist ernsthaft der Meinung, es genüge, sich einen teuren Konzertflügel ins die gute Stube zu stellen, um fortan ein exzellenter Pianist zu sein. Auf dem Gebiet grafischer Gestaltung aber ist die Meinung weit verbreitet, ein Computer, eine Textverarbeitung oder gar ein richtiges "Grafikprogramm" seien die einzigen Voraussetzungen, um selber munter drauflos gestalten zu können. Die Resultate verraten dem geschulten Auge allerdings rasch den Dilletanten.

Da gestalterische Mängel vielen Menschen aber nicht auffallen, hält man professionelle Hilfe für überflüssig. Ich habe erlebt, dass meine Hinweise auf Fehler eher als lästig empfunden wurden.

Viele Auftraggeber gewöhnen sich an die typographischen Fehler, die sich aus den Gepflogenheiten im täglichen Umgang mit der Textverarbeitung ergeben. Dann muss man mit typographischen Regeln gar nicht erst kommen. Weil es immer so gemacht wurde, besteht man auf der Verwendung von Minus-Zeichen anstelle von Gedanken- oder Bis-Strichen. Da bleibt dem Gestalter nur die Kapitulation, oder er lehnt den Auftrag ab … Ich entscheide mich in solchen Fällen ohne Zögern für die zweite Option.